smellscape

 gepard14, Liebefeld/Bern

 

« Smellscape » ist eine allgemeine Reflexion über den Begriff der olfaktorischen Landschaft im weiteren Sinn. Die Geruchs-Landschaft ist eine kulturelle Konstruktion und eine soziale Produktion, die eine Art der Weltdarstellung zeigt. Aber sie ist vor allem ein Produkt der Kunst, die in der Renaissance geboren ist. Die traditionelle Konzeption der Landschaft ist auf einen einzigen Blickwinkel beschränkt, aber die Idee des « smellscape » ist um uns herum, sie umgibt uns und schließt uns ein. 

 

Welche Düfte prägen eine Landschaft? 

 

Die Identifikation der Landschaft kann mit den Gerüchen verbunden sein, die an ihre physikalische Zusammensetzung und an die Aktivitäten vor Ort gebunden sind. Es ist auch eine ständige Interaktion zwischen dem Besucher und dem Ort, denn der Geruch wird durch den eigenen Geruch des Besuchers beeinflusst und die olfaktorische Wahrnehmung des Besuchers wird durch den Geruch des Ortes beeinflusst. Die olfaktorische Landschaft existiert nicht ohne Besucher. 

 

Meine Hauptforschung ist der « Mitti attar », Regenduft in Kânnauj (Indien). Dieses Parfüm ist einzigartig und wird nur in Kânnauj realisiert. Kunsthandwerker können den Geruch des ersten Regens durch die Destillation der Tonscherben zerbrochener Terrakotta-Töpfen einfangen. Dieser Duft ist stark mit der Herkunftserde und seinem Territorium verbunden. Wie Wein hat dieses Parfüm ein «Terroir». Jeder kennt den Geruch des ersten Regens auf dem Staub (?poussière) dieser ist aber immer ein Extrakt der jeweiligen Umwelt und spiegelt die Zusammensetzung der Erde und deren Vegetation, daher ist der Geruch des ersten Regens für jeden von uns individuell geprägt.

 

Ausstellung Text- Mathias Kobel